So liest man eine Pokémon-Karte: Nummer, Set-Symbol, Holo, Reverse Holo
Die unterste Zeile verrät Set, Nummer, Seltenheit und Turnier-Status, der Glanz verrät die Fassung.
Fast alles, was eine Karte eindeutig macht, steht unten. Bei modernen Karten stehen links der Illustrator („Illus. 5ban Graphics“), das Regelzeichen, das Set-Symbol oder der Set-Code, die Kartennummer und das Seltenheitszeichen. Darunter läuft die Copyright-Zeile, heute „©2023 Pokémon / Nintendo / Creatures / GAME FREAK“. Auf den ersten Wizards-Karten wie Base Set und Dschungel steht die Nummer rechts unten, das Set-Symbol rechts unter dem Bild. Auch die Copyright-Zeile kann zählen: Der vierte Druck des englischen Base Sets trägt „©1999–2000“ statt „©1999“. Name und Bild reichen oft nicht, weil es dieselbe Karte in mehreren Sets und Fassungen gibt. Erst Set und Nummer legen sie fest.
Die Nummer liest sich als „Karte 4 von 102“. Die Zahl hinter dem Schrägstrich ist die offizielle Setgröße. Liegt die Nummer darüber, etwa 83/82 oder 215/203, ist es eine Secret Rare. Die erste war Dunkles Raichu 83/82 aus Team Rocket. Seit Karmesin & Purpur liegt jede Karte oberhalb von Rare, Doppelselten und ACE SPEC außerhalb der Setgröße, also auch jede Illustration Rare. Seit Schwert & Schild druckt Pokémon die Nummern dreistellig mit führender Null (025/202), davor stand 25/236. Wer sucht, sollte beide Schreibweisen probieren.
Manche Karten haben Buchstaben vor der Nummer und damit einen eigenen Zähler. H1 bis H32 sind die Holo-Reihen von Aquapolis und Skyridge. SH steht für die Shiny-Pokémon aus Sturmtief, Platin und Ultimative Sieger, RC für die Radiant Collection aus Legendary Treasures und Generationen. SV bedeutet Shiny Vault aus Verborgenes Schicksal und Glänzendes Schicksal, nicht Karmesin & Purpur. TG ist die Trainer Gallery von Strahlende Sterne bis Silberne Sturmwinde, GG die Galarian Gallery aus Zenit der Könige. Von keiner dieser Reihen gibt es ein Reverse Holo.
Das Set erkennt man am Symbol. Das Base Set hat keins, ab Dschungel steht es klein auf der Karte. Seit Karmesin & Purpur druckt Pokémon statt des Symbols einen Code mit Sprachkürzel in einem Kasten, etwa „OBF EN“ für Obsidianflammen. Japanische Karten drucken ebenfalls einen Code, dazu Nummer und Seltenheit als Buchstaben, zum Beispiel „sv2a 201/165 SAR“ für ein Glurak ex aus dem japanischen 151-Set. Japanische Sets haben andere Größen und Zuschnitte als die westlichen. Japanische Vintage-Karten bis 2001 haben gar keine Kartennummer.
Der Buchstabe im kleinen Kasten links neben Symbol oder Code ist das Regelzeichen. Es legt fest, ob eine Karte im Standard-Format von Turnieren erlaubt ist. International kam es mit Schwert & Schild im Februar 2020, beginnend mit D, weil Japan seit Sonne & Mond schon A bis C vergeben hatte. E kam mit Kampfstile (2021), F mit Strahlende Sterne (2022), G mit Karmesin & Purpur (2023), H mit Gewalten der Zeit (2024), I mit Reisegefährten (2025) und J mit Erhabene Helden (Januar 2026). Bei jeder Rotation fällt der älteste Buchstabe weg. Seit dem 10. April 2026 sind H, I und J erlaubt. Basis-Energien tragen kein Zeichen und bleiben immer legal. Für Sammler ist der Buchstabe vor allem eine Datierungshilfe.
Bei einer Holo glänzt das Bild, bei einer Reverse Holo glänzt alles außer dem Bild. Pokémon nennt das offiziell „parallel foil“. Reverse Holos gibt es seit Legendary Collection vom 24. Mai 2002, die nur auf Englisch erschien. Auf Deutsch beginnen sie mit Expedition. Seitdem liegt in jedem Booster eine Reverse, seit Karmesin & Purpur zwei. Meist gibt es sie von jeder Karte außer Ultra Rares, Secret Rares und Full Arts. Moderne Reverses erkennt man auch ohne Licht: Der Set-Code-Kasten ist weiß mit schwarzer Schrift statt schwarz mit weißer. Seit Karmesin & Purpur ist außerdem jede Rare im Booster holo. Davor trugen Holo- und normale Rare denselben schwarzen Stern.
Das Holo-Muster verrät die Ära. Base Set, Dschungel und Fossil haben einen Sternenregen. Von Base Set 2 bis Ruf der Legenden glänzen Holos im „Cosmos“-Muster aus Punkten und Kreisen, danach taucht es vor allem auf Promos auf. „Cracked Ice“ sieht aus wie gesprungenes Glas und steckt vor allem in Themendecks und Blister-Promos. Poké-Ball- und Meisterball-Muster gab es zuerst in Japan mit 151, auf Englisch erst ab Prismatische Entwicklungen (Januar 2025). Full Art heißt: Das Bild füllt die ganze Karte, eingeführt mit Schwarz & Weiß 2011. „Alt Art“ ist kein offizieller Begriff. Sammler meinen damit Schwert-&-Schild-Karten mit ganz neuem Motiv, etwa Nachtara VMAX 215/203 aus Drachenwandel. Seit Karmesin & Purpur gibt es dafür offizielle Seltenheiten: Illustration Rare (ein goldener Stern) für Commons, Uncommons und Rares, Special Illustration Rare (zwei goldene Sterne) für Pokémon-ex und Unterstützer.
Für den Preis zählt, welche Fassung es ist. In alten Sets ist die Holo seltener als dieselbe Rare ohne Glanz und meist teurer. Bei modernen Commons und Uncommons unterscheiden sich Reverse und normale Karte in unseren Verkaufsdaten kaum, auch weil viele Verkäufer „Reverse“ nicht in den Titel schreiben. Bei e-Card-Karten ist die Reverse dagegen oft deutlich mehr wert. Meisterball-Muster sind seltener als Poké-Ball-Muster und werden höher gehandelt. An der Spitze moderner Sets stehen meist Special Illustration Rares und die alten Alt Arts. Wer eine Karte kauft oder verkauft, sollte deshalb immer Set, Nummer und Fassung nennen.
Quellen
- pokemon.com: Scarlet & Violet revamps the Pokémon TCG card aesthetic
- pokemon.com: Ankündigung zum Turnuswechsel im Standardformat 2026
- Bulbapedia: Standard format (TCG), Regulation marks
- Bulbapedia: 2026-27 Standard format (TCG)
- Bulbapedia: Secret card (TCG)
- Bulbapedia: Holofoil
- Bulbapedia: Legendary Collection (TCG)
- Bulbapedia: Expedition Base Set (TCG)
- Bulbapedia: Prismatic Evolutions (TCG)
- Bulbapedia: Full Art card (TCG)
- Bulbapedia: Illustration rare card (TCG)
- Bulbapedia: Special illustration rare card (TCG)
- Bulbapedia: Rarity (TCG)
- PokéWiki: Seltenheit
Weitere Einträge
- Secret Rares der EX-Ära: 19 Karten über der SetgrößeElf englische EX-Sets aus den Jahren 2003 bis 2007 haben zusammen 19 Secret Rares, also Karten mit einer Nummer über der Setgröße wie 100/97. Zehn davon lagen als Box Topper obenauf im Display, die übrigen neun gab es nach heutigem Wissen in Boostern.
- Rotwangen-Pikachu: Warum das Base-Set-Pikachu zweimal existiertDas Pikachu 58/102 gibt es mit roten und mit gelben Backen. Rot kommt nur in den ersten englischen Drucken vor und kostet als PSA 10 ein Vielfaches.
- 1st Edition erkennen: Stempel, Sets und FälschungenEine 1st-Edition-Karte stammt aus dem ersten Druck eines Sets und trägt links unter dem Bild einen schwarzen Stempel mit der „1“, den es nur bei zehn englischen Wizards-Sets und einigen Übersetzungen gab.
- Grading erklärt: PSA, BGS, CGC & Co.Ein Grader prüft eine Karte auf Echtheit, benotet ihren Zustand und versiegelt sie. Eine 10 ist bei jedem Anbieter etwas anderes, und sie ist oft ein Vielfaches der ungegradeten Karte wert.
- Zustand von Pokémon-Karten: Near Mint, Excellent, Light Played & Co.Ungegradete Karten werden nach Zustandsstufen verkauft, doch Cardmarket, TCGplayer und eBay meinen mit ähnlichen Namen nicht dasselbe, und der Zustand verschiebt den Preis um bis zu zwei Drittel.
- Seltenheitssymbole erklärt: vom Kreis bis zum Mega-FunkelsternUnten auf jeder Karte steht ihre Seltenheit. Was das Zeichen bedeutet, hängt von der Ära ab, und japanische Karten drucken Buchstaben statt Symbolen.