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Sammler-Wissen · 2026-10-24

Grading erklärt: PSA, BGS, CGC & Co.

Ein Grader prüft eine Karte auf Echtheit, benotet ihren Zustand und versiegelt sie. Eine 10 ist bei jedem Anbieter etwas anderes, und sie ist oft ein Vielfaches der ungegradeten Karte wert.

Beim Grading schickt man eine Karte an eine Firma. Sie prüft zuerst die Echtheit, dann den Zustand: Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Am Ende steckt die Karte in einem versiegelten Kunststoffgehäuse, dem Slab. Auf dem Etikett stehen Note und Zertifikatsnummer, die man in der Datenbank des Graders nachschlagen kann. Die Gebühr fällt immer an, auch wenn die Note enttäuscht.

PSA ist bei Pokémon der Marktführer. Die Skala geht von 1 bis 10, halbe Noten gibt es nur von 1,5 bis 8,5. Eine PSA 9,5 existiert nicht. Für eine PSA 10 (Gem Mint) verlangt PSA vier scharfe Ecken, vollen Glanz und eine Zentrierung von höchstens etwa 55/45 vorne und 75/25 hinten. Ein leichter Druckfehler ist erlaubt, wenn er den Gesamteindruck nicht stört.

Beckett (BGS) vergibt vier Teilnoten für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche. Gem Mint ist dort eine 9,5. Darüber steht die 10 Pristine. Hat eine Karte in allen vier Teilnoten eine 10, gibt es das schwarze Etikett, das Black Label. Es ist die seltenste Note im Hobby. CGC kennt zwei Zehnen: Gem Mint 10 und darüber Pristine 10 mit 50/50-Zentrierung. TAG rechnet mit 1000 Punkten. Ab 990 Punkten heißt die Karte Pristine 10, ab 950 Gem Mint 10.

Daneben gibt es kleinere Grader. ACE aus England bewertet ohne halbe Noten und misst die Zentrierung auf tausendstel Millimeter. Für eine ACE 10 reicht eine Zentrierung besser als 60/40, das ist großzügiger als bei PSA. In der EU arbeiten unter anderem CollectAura in Frankreich sowie GRAAD und AiGrading in Italien. Sie sind deutlich günstiger, ab etwa 10 bis 20 Euro pro Karte. Beim Wiederverkauf bringen ihre Slabs aber meist weniger Aufschlag als PSA, CGC oder BGS.

Der Population Report zeigt, wie viele Exemplare einer Karte ein Grader in welcher Note bewertet hat. Die Gem Rate ist der Anteil der Zehnen daran. Beim Glurak ex 199/165 aus 151 hatte PSA im Oktober 2026 rund 106.000 Exemplare bewertet, 27 Prozent davon als PSA 10. Die Zahl ist geschönt: Eingereicht werden fast nur Karten, die ihre Besitzer für fehlerfrei halten. Wer Slabs aufbricht und neu einreicht, bläht den Report zusätzlich auf.

Warum der Aufwand? Dieselbe Glurak-Karte kostete im Oktober 2026 ungegradet rund 307 Dollar, als PSA 9 rund 355 Dollar und als PSA 10 rund 1.275 Dollar (Verkaufsmediane in den USA). Die 10 bringt also etwa das Vierfache. Die 9 bringt kaum mehr als die rohe Karte und deckt Gebühr und Porto nicht. Grading lohnt sich deshalb vor allem bei teuren Karten, die realistisch eine 10 schaffen.

Kosten aus Deutschland, Stand Oktober 2026: PSA hat die günstigen Value-Stufen seit Juni 2026 pausiert. Die billigste offene Stufe heißt Standard und kostet 59,99 Dollar bei rund 90 bis 100 Werktagen Laufzeit. Seit dem 15. September 2026 nimmt PSA Europe in Frankfurt Einreichungen aus der EU direkt an, ohne Zoll. CGC bewertet Sammelkartenspiele seit Januar 2026 in München, ab 22,61 Euro pro Karte inklusive Mehrwertsteuer. Beckett hat seine günstigen Stufen 2026 mehrfach geschlossen. Preise und Laufzeiten ändern sich derzeit fast monatlich, vor dem Einreichen also immer die Seite des Graders prüfen.

Typische Fallen: Die Zentrierung ist der häufigste Grund, warum es nicht für die 10 reicht. Weiße Punkte an den Rückseitenkanten kosten oft eine Note, auch bei frisch gezogenen Karten. Sichtbare Druckstreifen auf Holo-Flächen verhindern meist die 10. Und Slabs werden gefälscht: 2026 wurde in New York ein Betrüger verurteilt, der echte PSA-Etiketten mit falschen Noten bedruckt hatte. Deshalb die Zertifikatsnummer prüfen und Karte und Note mit dem Datenbankeintrag vergleichen. Milchige Ränder am Gehäuse oder ein biegsamer Slab sind Warnzeichen.

Quellen

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