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Sammler-Wissen · 2026-10-24

Zustand von Pokémon-Karten: Near Mint, Excellent, Light Played & Co.

Ungegradete Karten werden nach Zustandsstufen verkauft, doch Cardmarket, TCGplayer und eBay meinen mit ähnlichen Namen nicht dasselbe, und der Zustand verschiebt den Preis um bis zu zwei Drittel.

Eine ungegradete Karte, auch „raw“ genannt, hat keine Note von PSA, CGC oder einem anderen Grader. Ihr Zustand ist nur eine Angabe des Verkäufers. Dafür gibt es Stufen mit englischen Namen. Eine einheitliche Norm gibt es nicht: Jeder Marktplatz legt seine Stufen selbst fest, und die Grenzen liegen unterschiedlich.

Cardmarket nutzt sieben Stufen: Mint, Near Mint, Excellent, Good, Light Played, Played und Poor. Mint ist perfekt, wie frisch aus dem Booster. Near Mint sieht aus, als sei die Karte nie ohne Hülle gespielt worden: wenige, sehr kleine weiße Stellen am Rand sind erlaubt, Kratzer nie. Excellent zeigt auf den ersten Blick kleine Mängel, etwa weiße Ecken. Good ist deutlich abgenutzt, aber ohne Knicke und Wasserschaden. Light Played ist stark abgenutzt, in einer Hülle aber noch turnierfähig. Played ist so abgenutzt, wie es durch Spielen überhaupt geht. Poor ist zerstört oder verändert, etwa bemalt oder beschrieben. Eine Karte mit Kratzern ist bei Cardmarket höchstens Good.

Der US-Marktplatz TCGplayer hat fünf Stufen: Near Mint, Lightly Played, Moderately Played, Heavily Played und Damaged. Mint wird dort gar nicht gehandelt. TCGplayer misst Mängel in Millimetern. Abrieb an der Kante bis 20 mm am Stück ist bei Near Mint noch erlaubt. Ist die Farbe so weit abgerieben, dass der Karton durchscheint, ist Near Mint vorbei. Ein Knick mit sichtbarer Falte bedeutet höchstens Moderately Played. Damaged ist alles, was die Karte selbst beschädigt: Risse, gespaltene Ecken, Flüssigkeit, Stempel, Unterschriften oder eine Zentrierung schlechter als 70/30.

Die Namen klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Light Played bei Cardmarket ist die fünfte von sieben Stufen. Lightly Played bei TCGplayer ist die zweite von fünf und entspricht etwa Excellent. Cardmarket warnt selbst vor der Verwechslung. Als Faustregel gilt: Near Mint entspricht Near Mint, Excellent entspricht Lightly Played, Good entspricht Moderately Played, Played entspricht Heavily Played und Poor entspricht Damaged. Light Played liegt dazwischen und hat keine saubere Entsprechung. Ganz genau passt keine Zuordnung, weil die Maßstäbe abweichen: Kratzer etwa bewertet Cardmarket viel strenger als TCGplayer.

Bei eBay wählt der Verkäufer seit Ende 2023 zwischen „Bewertet“ und „Nicht bewertet“. Für ungegradete Sammelkartenspiel-Karten gibt es vier Stufen: Near Mint or Better, Lightly Played (Excellent), Moderately Played (Very Good) und Heavily Played (Poor). Eine eigene Stufe für beschädigte Karten fehlt. Das „Poor“ in Klammern ist also nicht dasselbe wie Poor bei Cardmarket. eBay prüft die Angabe nicht, und viele Angebote nennen gar keinen Zustand.

Typische Mängel sind weiße Stellen an Kanten und Ecken (Whitening), Kratzer und matte Schleier auf der Holo-Fläche, Dellen und Eindrücke, Biegungen, Knicke mit Falte, Wasserschäden und Verfärbungen. Druckfehler wie Linien oder eine schiefe Zentrierung sind kein Abrieb. Cardmarket zählt sie nicht zum Zustand, TCGplayer schon, je nach Größe. Weiße Stellen sieht man auf der dunkelblauen Rückseite am besten, deshalb gehört zu jedem Angebot ein Foto der Rückseite.

Der Zustand bewegt den Preis stark. Ein Beispiel aus den eBay-Verkäufen bei Last Sold: Das englische Glurak aus dem Base Set (4/102, ungegradet) brachte von Mai bis Oktober 2026 im Median 514 € in Near Mint, 375 € in Lightly Played, 307 € in Moderately Played, 220 € in Heavily Played und 182 € als Damaged. Lightly Played kostete also gut ein Viertel weniger, Damaged rund zwei Drittel weniger. Über alle Karten gemessen ist das Bild ähnlich. Weil die Stufe nur eine Selbstauskunft ist, lohnt bei teuren Karten der Blick auf scharfe Fotos von Vorder- und Rückseite.

Quellen

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